Fachinformation
12.12.2019 Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Region Unterfranken, Gesundheit, Selbsthilfe, Bürgerschaftliches Engagement

Uniklinik Würzburg als "Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" ausgezeichnet

Die Selbsthilfekontaktstellen des Aktivbüros der Stadt Würzburg und des Paritätischen in Unterfranken sowie rund 40 Selbsthilfegruppen arbeiteten gemeinsam mit der Uniklinik über ein Jahr an dem Ziel

Was vor mehr als einem Jahr begonnen wurde, war ambitioniert und stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Erstmalig machte sich bundesweit ein Universitätsklinikum dieser Größenordnung auf den Weg, Selbsthilfefreundlichkeit nicht nur dem Engagement Einzelner zu überlassen, sondern zielgerichtet und strukturell über alle Teilkliniken hinweg zu verankern.

Die Freude war deshalb groß, als bei einem Festakt in Gegenwart von Landtagspräsidentin a.D. Barbara Stamm und Oberbürgermeister Christian Schuchardt das bundesweite Netzwerk "Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen" das Uniklinikum Würzburg (UKW) als "Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" auszeichnete.

Überreicht wurde die Urkunde am 5. Dezember von Antje Liesener, Koordinatorin des bundesweiten Netzwerks "Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen" an Prof. Georg Ertl, den ärztlichen Direktor des Uniklinikums Würzburg. Ertl hatte in seiner Begrüßung zuvor betont, welch wichtige Stütze die Selbsthilfe für das ärztliche Handeln sei. Die nachhaltige Wirkung von Selbsthilfe auf eine verbesserte Lebensqualität und ein längeres Leben konnte das UKW in einer eigenen Studie nachweisen.

Die Auszeichnung war der vorläufige Höhepunkt eines intensiven Prozesses, in dem das unterfränkische Krankenhaus seit gut einem Jahr danach strebt, seine Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe weiter zu optimieren.

Als Leitfaden auf diesem Weg diente das Konzept des Netzwerkes, das neben vorgegebenen Qualitätskriterien, die gleiche Augenhöhe in der Zusammenarbeit der Kooperationspartner hervorhebt. Teils gegenteiligen Interessen angemessen Raum zu geben und respektvoll die unterschiedlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten anzuerkennen, erforderte von allen Beteiligten ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist das gut gelungen. So wurden die Qualitätskriterien von Vertreter*innen der Selbsthilfegruppen, von Mitarbeiter*innen der Selbsthilfekontaktstellen des Aktivbüros der Stadt Würzburg und des Paritätischen in Unterfranken und von UKW-Beschäftigten in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Leben gefüllt.

"Wir sind nicht mehr das gleiche Krankenhaus wie vor dem Prozess für die Auszeichnung" sagte Ertl vor den rund 200 Gästen des Festaktes. Von nun an könne das Erfahrungswissen und die Betroffenenkompetenz der Selbsthilfe noch stärker und strukturierter in das ärztliche und pflegerische Handeln im UKW einfließen.

"Das war ein erster wichtiger Schritt, dem aber weitere folgen müssen", betonte Kathrin Speck, Geschäftsführerin des Paritätischen in Unterfranken in ihren Grußworten. "Der Paritätische ist gerne bereit, den Weg gemeinsam weiter zu gehen, was mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages im September diesen Jahres bereits dokumentiert wurde", so Speck weiter.

Antje Liesener hob in ihrer Ansprache die immensen Herausforderungen hervor, die mit der Kooperation der unterschiedlichen Partner einhergehen.

"Diese Auszeichnung ist wortwörtlich schwer verdient" unterstrich sie und erkannte damit die Leistung aller beteiligten Partner im Prozess zu mehr Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung am UKW an.

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Verantwortlich:
Andreas Selig, BV Unterfranken, Selbsthilfekontaktstelle und OBA